sonstige Lösungen: Verhalten, Umwelt & Pharmakologie

Bessere Beleuchtung Das Handy oder den Computer in einem beleuchteten Raum nutzen, nicht das der Rest des Raumes dunkel ist bis auf das Gerät vor Ihnen. Wenn zum lesen warmes Licht genutzt wird, senkt das auch die Leistungsfähigkeit beim Lesen. Am besten ist Tageslicht, und wenn die Sonne nicht scheint führen wir echte Tageslichtlampen im Produktportfolio.

Weiter entferntes Lesen Sehr nahes Lesen ohne Pausen verschlechtert die Augen. Je mehr Zeit am Tag verbracht wird, in die Nähe zu schauen, desto höher ist das Risiko für eine zunehmende Kurzsichtigkeit. Entsprechend wichtig sind Pausen beim Lesen, am Computer und Handy, und ein größerer Leseabstand. Dieser sollte nie kürzer sein als die Distanz zwischen den eigenen Fingerspitzen und dem Ellenbogen.

Genügend Pausen machen beim Lesen und Nahsehen Entspannung bringt hier die 30er-Regel, der zufolge alle 30 Minuten der Blick für 30 Sekunden in 30 Meter Entfernung, gerichtet werden sollte. Und dabei sollte man 30 x blinzeln. Zum Einhalten der Regel ist es hilfreich, sich einen Wecker für 30min im Handy zu stellen.

Mehr Zeit im Freien mit direktem Tageslicht
Heute erhalten Kinder und Jugendliche viel zu wenig Vitamin A am Auge und Körper über das Sonnenlicht, da sie sich oftmals zuwenig im Freien aufhalten. Zuviel Sonnenlicht schadet, aber zu wenig eben auch. Eine Studie belegt, dass die Zunahme der Myopisierung (immer Kurzsichtiger werden) durch den Vitamin A Mangel in den Wintermonaten stärker ist als im Sommer. Klar, denn im Sommer ist man mehr draussen mit weniger bedeckten Hautpartien.

Pharmakologische Maßnahmen: Synthetisch hergestellte Atropin Augentropfen stellen eine effektive Maßnahme zur Myopiekontrolle dar. In den ersten Studien wurde eine hohe Dosierung von 1% Atropin verwendet – hier traten jedoch durch die starke Weitung der Pupille hervorgerufene Nebenwirkungen, wie erhöhte Blendungsempfindlichkeit und Schwierigkeiten beim Nahsehen, auf11. In den letzten zehn Jahren wurden Dosierungen zwischen 0.01% – 1.0% für das Myopiemanagement untersucht. 11, 12, 13

Laut aktuellem Stand gelten Dosierungen zwischen 0.025% bis 0.05% als am effektivsten beim Aufhalten des Augenwachstums bei gleichzeitig sehr wenigen Nebenwirkungen. 12

Aktuell wird davon ausgegangen, dass Atropin unter anderem direkt an Strukturen der Netzhaut (der innersten Schicht des Auges mit ihren Sehzellen) wirkt. 14

Bei Kindern, die Schwierigkeiten beim Fokussieren naher Objekte haben, kann z.B. das Lesen unter Verwendung von Atropin-Augentropfen anstrengender werden. Auch die Blendungsempfindlichkeit kann bei Kindern mit großen Pupillen etwas zunehmen. Wichtig ist daher eine eingehende Untersuchung, besonders der Nahsehfähigkeit, vor dem Verschreiben der Tropfen. Liegen keine Auffälligkeiten vor, werden die Tropfen in den in Deutschland üblichen geringen Dosierungen meist sehr gut vertragen.

Vorteile

  • Einfache und schnelle Anwendung
  • Kombinierbar mit Orthokeratologie

Nachteile

  • 0,01 ist gelabelt und kann somit verordnet werden, Dosierung 0,02 und 0,05 sind Off-Label Behandlungen
  • Möglicherweise Blendungsempfindlichkeit im Dunkeln
  • Möglicherweise anstrengenderes Nahfokussieren